Tarifvertrag mfa praxismanagerin

Daher sieht die obligatorische Kammermitgliedschaft eine vollständige Tarifsicherung in einer Weise vor, die den Erweiterungsbeschlüssen entspricht, die auf Arbeitgeber abzielen, die nicht dem unterzeichnenden Arbeitgeberverband angeschlossen sind. In dieser Hinsicht kann die obligatorische Kammermitgliedschaft daher als funktionales Äquivalent zur Verlängerung angesehen werden. Aufgrund des sehr weiten Repräsentationsbereichs der Kammer gibt es neben der Kammer nur sehr wenige freiwillige Arbeitgeberverbände, die Tarifverhandlungen in der Privatwirtschaft führen. In anderen europäischen Ländern betrachten Arbeitgeberverbände die freiwillige Mitgliedschaft als eines ihrer konstituierenden Grundsätze. Angesichts der Tarifverlängerungspraxis verschwimmt jedoch die Unterscheidung zwischen freiwilliger und obligatorischer Mitgliedschaft. Dies gilt insbesondere für mehrere Länder (z. B. Belgien und die Niederlande), in denen allen Unternehmen in einem bestimmten Sektor durch die Ausweitung von Siedlungen mit mehreren Arbeitgebern manchmal Mitgliedsbeiträge auferlegt werden. Wie aus einer kürzlich durchgeführten vergleichenden Analyse von 20 OECD-Ländern über drei Jahrzehnte (Nationale Arbeitsbeziehungen in internationalisierten Märkten, F Traxler, S Blaschke und B Kittel, Oxford, Oxford University Press, 2001) ergab, nehmen sowohl die Tariferstattung als auch die Mitgliederdichte freiwilliger Arbeitgeberverbände mit der Anwendung von Erweiterungspraktiken deutlich zu. Darüber hinaus gibt es eine weitere Zusatzbestimmung des Arbeitsverfassungsgesetzes: Die Bundesschiedsstelle und ihre Gebietseinheiten können auf Antrag einer Tarifeinheit, die einen Tarifvertrag abschließen kann, eine Mindestlohnskala (Mindestlohntarif) festlegen, wenn für die betreffende Arbeitnehmergruppe aufgrund des Fehlens eines entsprechenden Arbeitgeberverbandes kein Tarifvertrag besteht.

In diesem Fall ist es der Verwaltungsrat selbst, der das Lohnniveau regelt, so dass sich die Steuerung der Lohnbildung von den beiden Seiten der Industrie auf die Behörden verlagert. Da sowohl die Gewerkschaften als auch die Arbeitgeber versuchen, ihre Governance-Vorrechte im Bereich der Arbeitsbeziehungen beizubehalten, wird der Wunsch, die Anwendung dieser Bestimmung zu vermeiden, die es den Behörden ermöglicht, Lohnskalen festzulegen, dazu tendiert, Arbeitgeberverbände, Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern und gegebenenfalls auch die Anwendung von Verlängerungsbestimmungen zu fördern. Eine Erweiterungsverfügung erlässt das Bundesschiedsgericht auf schriftlichen Antrag einer Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisation, die in der Lage ist, im Namen der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, auf die sich die Verlängerung beziehen würde, Vereinbarungen zu schließen. Beantragt eine Gewerkschaft oder ein Arbeitgeberverband, die mit der Möglichkeit zum Abschluss eines Tarifvertrags ausgestattet sind, die Verlängerung eines Tarifvertrags, an dem sie beteiligt ist, zu erfüllen, so ist die Bundesschiedskommission verpflichtet, sofern die folgenden vier Bedingungen erfüllt sind: Erstens wird das Verlängerungsverfahren angewandt, wenn ein Tarifvertrag von einem freiwilligen Verein (anstelle der Untereinheiten der obligatorischen Wirtschaftskammer) im Namen der Arbeitgeberseite geschlossen wird. In diesem Fall ist die Verlängerungsverordnung so konzipiert, dass die Arbeitgeber, die nicht Mitglieder des unterzeichnenden Arbeitgeberverbandes sind, den Tarifvertrag einhalten. So werden solche Erweiterungsaufträge im Hinblick auf die Branchentarifverträge für die Druckindustrie sowie für Zeitungen und Zeitschriften erteilt. Zweitens werden Erweiterungsbeschlüsse zur Ausweitung eines sektoralen Tarifvertrags verwendet, dessen Anwendungsbereich auf bestimmte Regionen (normalerweise bestimmte Bundesländer oder Bundesländer) beschränkt ist, auf die übrigen Regionen, für die es keinen Tarifvertrag gibt. Diese Praxis betrifft die handwerkliche Kleinproduktion (Gewerbe) in einigen Wenigen Sektoren wie der Metallproduktion und der Chemie. Für diese Sektoren finden Tarifverhandlungen auf Länderebene statt, und die Arbeitgeber werden durch die entsprechenden sektoralen Länderuntereinheiten der Wirtschaftskammer vertreten.